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DRAGI BOSANCI, LIEBE LANDSLEUTE!
9. JANUAR 1992 - STARTSCHUSS FÜR GENOZID IN BOSNIEN.



Stefan Schwarz

Aussöhnung beginnt mit dem Aussprechen der Wahrheit: Die Republika Srpska ist eine Entität des Genozids. Daher hat sie keine Existenzberechtigung. Dayton und die RS müssen von einer modernen europäischen Verfassung abgelöst werden.


9. JANUAR 1992 -
STARTSCHUSS FÜR GENOZID IN BOSNIEN.

„Gefeiert“ wird der heutige 9. Januar als „Gründung der Republika Srpska (RS) von Extremisten und Rassisten, von Politikern wie Dodik, Vuèiæ, Putin. Ausgerufen wurde sie damals von einem inzwischen verurteilten Kriegsverbrecher, Karadzic.

Diese Entität ist getränkt mit dem Blut von Zehntausenden unschuldigen (!) Opfern eines Genozids, die in Prjedor, Foèa, Srebrenica und Žepa, und hunderten anderen Städten und Dörfern aus nur einem einzigen ermordet wurden: weil sie keine Serben waren.

Der 9. Januar 1992 um die Gründung der Republika Srpska sind nichts weniger als die Beute für den größten Völkermord in Europa seit Hitler und Stalin.

Es geht dabei um mehr als um Srebrenica, so schrecklich es dort war. Bis zu den fast 8.400 ermordeten Zivilisten von Srebrenica im Juli 1995 gab es schon in den Jahren zuvor zuvor über 90.000 unschuldige Opfer eines geplanten Genozids, der systematisch alle vertrieben und ermordet hat, die nicht Serben waren. Und das geschah nach Jahrhunderten friedlichen Zusammenlebens in Dörfern, Städten und Familien.


GENOZID IN DER RS

In Ostbosnien hat die Planung und Ausführung des Völkermordes im Namen völkischer Politik begonnen.

Das, was heute als Republika Srpska 49 % des Territoriums von Bosnien-Herzegowina und deutlich weniger Bevölkerung ausmacht, ist auf Mord, Folter, Plünderung, Vertreibung, Vergewaltigung von einem Abschaum an politischer Führung errichtet - und von der internationalen Gemeinschaft geduldet worden.

Wer sagt, Europa hat aus im Terror von Hitler und Stalin gelernt, der soll sich die Republika Srpska als Beweis für das Gegenteil anschauen. Erst wenn diese Kreatur von Kriegsverbrechen mithilfe Europas wieder verschwunden sein wird, hat Europa seine Schuld zumindest zum Teil abgetragen.


1991 VOLKSZÄHLUNG
1992 TAUSENDE GEZIELT LIQUIDIERT

1991 hatte es auch in Bosnien eine Volkszählung gegeben.

Karadžiæ und die anderen Kriegsverbrecher wussten aus dieser aktuellen Volkszählung, wer Richter, wer Arzt, wer Lehrer usw. war. Sie wussten aus den Daten, wo diese Menschen wohnen. Diese Menschen wurden gezielt ermordet, um der nicht serbische Bevölkerung die Intelligenz, das Rückgrat für die Zukunft zu brechen, sie im Kern zu vernichten.

Jahrhundertealte Gotteshäuser wurden dem Erdboden gleich gemacht, das war wieder im ersten Weltkrieg noch im Zweiten Weltkrieg geschehen.

Das seit Jahrhunderten friedliche Zusammenleben von Bosniaken, Kroaten und Serben sowie anderen (wie zum Beispiel jüdischen Bosnien) sollte für immer zerstört werden.

Es gab Massenvergewaltigungen, es gab Konzentrationslager, es gab Plünderungen, es gab alles, was zu einer Vernichtung der Bevölkerung zur Verfügung stand.

Noch einmal - das einzige „Verbrechen“ der Opfer war: Sie waren keine Serben.

Dabei zählten diejenigen Serben, die sich normal, also zivilisiert zivilisiert verhielten, die ihre Nachbarn schützen wollten, zu den ersten Opfern der Barbaren. Diese Serben waren den serbischen Rassisten besonders verhasst und wurden fast überall fast zuerst liquidiert.


HISTORISCHE VORLAGE -
DER HOLOCAUST

Die rassistischen Führer der Republika Srpska haben sich, gemeinsam mit Kriegsverbrechern aus der Staatsführung der Republik Serbien einer Methode bedient, die das Prinzip von Hitlers Nationalsozialisten kopiert hat. Es ging darum, alles zu vertreiben und zu vernichten, was nicht serbisch war. Der Vernichtungswille von Milosevic und Karadžiæ, und den anderen, kommt dem der Nazis im Holocaust gleich; es fehlten den Tätern nur die Mittel zur Umsetzung, denn es war dann doch eine andere Zeit.

Selbst Konzentrationslager wurden eingerichtet, Menschen dort auf unerträgliche Art und Weise gequält, getötet, vergewaltigt und mehr. Selbst Kinder wurden nicht verschont.


WIEDER ARMBINDEN -
WIE BEI DEN NAZIS

In Prijedor und in anderen Städten musste die nichtserbische Bevölkerung weiße Armbinden tragen, damit Verbrecher, Plünderer, Vergewaltiger und Milizen diese Menschen als Freiwild behandeln, töten, quälen oder berauben konnten.

Deshalb ist die Republika Srpska eine Ausgeburt des Genozids.


BLASPHEMIE - GENOZID UND
SERBISCH-ORTHODOXE KIRCHE

An keiner legalen oder illegalen Staatsgründung in Europa nach Hitler klebt so viel Blut. Für kein Territorium wurde von brutalen Rassisten so brutal gemordet. Dass sich die Täter auf den Segen der serbisch-orthodoxen Kirche und damit in totaler Blasphemie auch noch auf das Christentum berufen, ist ein Verbrechen an allen friedliebenden Religionen. Auch hier muss endlich die Verantwortung der Täter im Priestergewand einmal in aller Offenheit und Deutlichkeit aufgearbeitet werden.


BRUTALE BLOCKADE DER NATO -
DURCH MITTERRAND UND MAJOR

Dieser Genozid entwickelte sich nur zwei Flugstunden entfernt von Ländern, die sich, hoffentlich zu Recht, als zivilisiert betrachten. Das übrigens war die bosnische Gesellschaft auch, auf die ignorante und arrogante Diplomaten und Politiker häufig nur herab sahen.

Ignorant und barbarisch war die Haltung derjenigen europäischen Regierungen, die, entgegen allen Schwüren, dass es NIE WIEDER in Europa Krieg, Massaker, Genozid und Massenvertreibungen kommen dürfe, SCHON WIEDER nichts ernsthaft unternommen haben, um diese Schande für Europa zu verhindern.

Wichtige Regierungen Europas sahen zu und nahm den Kauf, wie in Europa einmal wieder Terror und Gewalt Millionen an Opfern das Leben, die Gesundheit und die Heimat kostete.

Der Grund: unter den verantwortlichen Europas waren solche, vor allem mit der damalige Präsident von Frankreich, Mitterand, und der Premier Großbritanniens, Major, die nichts weniger waren als Nationalisten, denen nicht die universalen Prinzipien der Menschenrechte, sondern nationalistische Visionen, imperiales Denken des 19. Jahrhunderts, wichtig war. Es ging ihnen um Einflusszonen, um sogenannte nationale Interessen, um das Blockieren von vermeintlichen Großmachtinteressen des gerade wiedervereinigten Deutschland, und anderen Schwachsinn.


KAUM BESSER ALS SERBISCHE NATIONALISMUS

Ich habe diesen brutalen Nationalismus in der Außenpolitik dieser beiden europäischen Nationen in Begegnungen und Gesprächen in London, Paris, Brüssel und andernorts erlebt, und es hat mich wütend, illusionsloser und härter gemacht.

Infolge dieser Blockade von Nationalisten konnte sich Europa nicht auf wirksame Schritte zum Schutz der Menschen in Bosnien-Herzegowina einigen. Europa war zerstritten, ebenfalls zerfressen von Nationalismus, auch wenn er sozusagen mit dem Champagnerglas in der Hand bei diplomatischen Empfängen zum Besten gegeben wurde. Im Kern war er kaum besser als der serbische Nationalismus.

Mein Fazit für die Haltung vieler Diplomaten in Europa in dieser Zeit war und bleibt: Primitivität und Menschenverachtung wurden auf hohem diplomatischen Niveau kaschiert und kultiviert.


NATO - EIN PAPIERTIGER

Mit diesen politischen Blockaden innerhalb der NATO und den nichtssagenden Kommuniqués, die nur ausdrücken, dass man angeblich nichts machen könne, wurde das wichtigste Militärbündnis der Welt zum Papiertiger degradiert.

Von Gesprächen mit dem damaligen NATO-Generalsekretär Manfred Wörner und vielen Militärs weiß ich, wie sehr ihm und ihnen diese politische Blockade sogar menschlich zu schaffen machte; die mächtigen militärischen Möglichkeiten dürften nicht zum Schutz der Menschenrechte, zum Stopp eines Völkermordes und einer Aggression, genutzt werden.

Dieser Nationalismus in Europa, vor allem in London und Paris, tobte und blockierte hinter den Kulissen das westliche Bündnis. Dieser Nationalismus und ein Denken aus dem imperialen 19. Jahrhundert in angeblich kultivierten Hauptstädten Europas ermöglichte de facto den Völkermord und schützte rassistische Kriegsverbrecher bis fast zum Schluss.


DROHUNG VON KARADŽIÆ
WIE HITLERS „MEIN KAMPF"

Der sogenannte Gründer dieses Parastaates Republika Srpska, der selbsternannte Präsident Karadžiæ, hatte im Parlament in Sarajevo ganz offen angekündigt, was er für eine Vision von der Zukunft und Bosnien-Herzegowina hatte: er hatte angekündigt, dass die muslimische Bevölkerung von Bosnien-Herzegowina im Falle der Unabhängigkeit ausgelöscht werde.

So wie Hitler in „Mein Kampf" die Vernichtung der Juden als sein Ziel angekündigt hatte, so hat der von vielen westlichen und östlichen Diplomaten und Politikern über Jahre als Verhandlungspartner akzeptierte Kriegsverbrecher Karadžiæ ebenfalls vorher angekündigt, was dann in die Tat umgesetzt wurde. Dabei wurde er von dem anderen Kriegsverbrecher Miloševiæ und einem weiteren Kriegsverbrecher Mladiæ sowie vielen Kriminellen und Kriegsverbrechern auf der lokalen Ebene unterstützt.


1992: HELFER MILOSEVICS
2021: PRÄSIDENT VUÈIÆ

Zu den Unterstützern des Projektes Großserbien zählte auch der damals junge serbische Extremist Vuèiæ.

Für einen Serben, so rief er noch 1995 als Abgeordneter im serbischen Parlament aus, würden 100 Muslime sterben. Vuèiæ sagte das wenige Tage vor dem Genozid in Srebrenica, man kann es auf YouTube sehen.

Dieser Vuèiæ war unter anderem auch Propagandaminister des Kriegsverbrechers Milosevic.

Dieser Vuèiæ wurde dann Generalsekretär einer Partei, dessen Vorsitzender Šešelj ebenfalls wegen Kriegsverbrechen angeklagt wurde. Als Šešelj nach Jahren nicht vom Kriegsverbrechertribunal zurückkehrte, verließ Vuèiæ dessen Partei und folgte einem anderen serbischen Extremisten in eine neue Partei, die nun angeblich für europäische Werte eintrat.

Dieser Vuèiæ stieg mit dieser einer neu gegründeten Partei dann später zum Ministerpräsidenten Serbiens auf. Dieser Vuèiæ, der 100 Muslime sterben sehen will für einen Serben und der lange und teils bis heute die Kriegsverbrecher Miloševiæ, Mladiæ und Karadžiæ verteidigt, der als Minister von Miloševiæ serbische Journalisten verfolgen ließ, ist heute Präsident von Serbien. Er gilt als sogenannter „starker Mann",, auf Englisch „strongman"

Journalisten und Anwälte leben in Serbien heute wieder gefährlich. Vuèiæ lässt auch wieder unabhängige Journalisten verfolgen, gilt als reichster Mann in Serbien und soll exzellente Kontakte zu organisierte Kriminalität haben. Wie damals auch Miloševiæ.

Er hat, berichten serbische Journalisten und Analysten, inzwischen mehr Macht auf sich konzentriert als seinerzeit sein Boss, der Kriegsverbrecher Miloševiæ.


1992: HELFER MILOSEVICS
2021 PARLAMENTSPRÄSIDENT
IVICA DACIC

Einer der engsten Mitarbeiter von Miloševiæ, nach dessen Tod Nachfolger als Parteivorsitzender der Sozialistischen Partei Serbiens, Ivica Daèiæ, war zwischenzeitlich Ministerpräsident und Außenminister, gemeinsam in einer Regierung mit Vuèiæ. Inzwischen ist er Präsident des serbischen Parlaments. Auch er ist ein Fan der Republika Srpska, mehr noch allerdings ein Fan eines doch noch neu zu errichtenden Groß-Serbien. Serbische Rassisten und Nationalisten halten das eine völlig legitime Idee, verstehen einfach nicht, warum der Westen dagegen Einwände hat.

Serbiens Präsident Vuèiæ wird jetzt auch wieder von europäischen Diplomaten und Politikern als sogenannter Europäer umworben. Dabei ist ein Schulterschluss zu Russlands Diktator Putin und so Chinas Diktator Xi Jinping enger als sein nur taktisch freundliches Verhältnis zur Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Noch immer ist auch Serbiens Präsident Vuèiæ für das Projekt Großserbien unterwegs. Die EU unterliegt immer noch den Irrglauben, man könnte ohne eine Aufarbeitung dieser tief verankerten Haltungen die Nationalisten und Rassisten Serbien von einem modernen europäischen Konzept von Nationalstaat und Staatengemeinschaft überzeugen.


MONTENEGRO 2021
PUTSCH DURCH SERBIEN UND RUSSLAND

Was geschieht, wenn der Westen nichts tut, zeigt sich aktuell im in Montenegro: Im Schatten europäischer Selbstbeschäftigung und Selbsttäuschung über Serbien läuft im kleinen Nachbarstaat Serbiens, der nur 600.000 Einwohner zählenden Republik Montenegro, mit massiver Unterstützung und Manipulation der Republik Serbien, der serbisch-orthodoxen Kirche und vor allem besondere Einheiten aus Russland, ein sogenannter Putsch von oben ab.

Durch nie zuvor gesehene, massive Säuberungen im Regierungsapparat und verfassungswidriger Übernahme der Sicherheitsinstitutionen durch einen umstrittenen Ministerpräsidenten, der vorgeblich im Namen der Bekämpfung von (tatsächlich vorhandener) Korruption alles unternimmt, um einen fehlgeschlagenen russischen Putsch vor ein paar Jahren gegen das damals in die NATO strebende Montenegro nun doch noch erfolgreich umzusetzen. Es sieht so aus, als würde dies gelingen. Europa und die USA sind gerade mit anderen Themen beschäftigt, und der serbische Nationalismus und Rassismus verschwindet gerade mal wieder unter dem politischen Radar.


JOE BIDEN 1992:
GENOZID IM FRÜHJAHR STOPPEN

Der Genozid in Bosnien-Herzegowina brach im April 1992 in vollem Umfang los.

Der gezielte Angriff auf den souveränen Staat Bosnien-Herzegowina, und der nachfolgende Genozid sowie die Destabilisierung ganz Südosteuropas waren zu verhindern. Spätestens die Ausrufung einer gegen die Verfassung von Bosnien-Herzegowina und gegen das internationale Völkerrecht verstoßenden Ausrufung einer eigenen Republik hätte allen Regierungen in Europa die Augen öffnen müssen.

Nicht nur ich selbst, sondern mit mir viele in Europa, und auch in den USA, unter anderem ein gewisser Senator Joe Biden, haben seit April 1992 verlangt, dass man dieser Morden den Bande von Rassisten und ihren rassistischen Unterstützern in Belgrad und anderswo die Grenzen aufzeigt.


MILITÄRISCHE INTERVENTION
GEGEN GENOZID

Nur mit Reden, das war von Anfang an klar, würde dieser Bande von Extremisten, Kriegsverbrechen und Mördern nicht klarzumachen sein, dass in Europa nicht mehr geduldet wird, dass Massenmorde begangen, Konzentrationslager errichtet, und sogar ein von den Nazis abgeschriebenes Konzept von reinrassigen Gebieten umgesetzt wird, das die Vertreibung und Vernichtung aller anderen Bürgerinnen und Bürgern zum Ziel hat, egal ob sie in Mehrheit oder Minderheit seit Jahrhunderten friedlich miteinander in diesem Gebiet zusammen lebten.

Nach der Erklärung des Kriegsverbrechers Karadzic, der mit Unterstützung des Kriegsverbrechers Milosevic (damals Präsident Serbiens, als angeklagter Kriegsverbrecher in Haft gestorben) 9. Januar 1992 die RS ausrief, war genug Zeit für klare und harte Aktionen, um nach den Erfahrungen in Kroatien eine noch schlimmere Wiederholung in Bosnien-Herzegowina zu verhindern.

Der spätere Verlauf des Krieges hat gezeigt, dass begrenzte militärische Mittel (Bombardements aus der Luft) und die Ausstattung der demokratisch legitimierten Regierung mit auch militärischen Mitteln (so wie es heute für die Ukraine geschieht) die schlimmsten Auswüchse früh hätten stoppen und die Ultranationalisten an den Verhandlungstisch zwingen können.


WUTAUSBRUCH KOHL
WEGEN MAJOR UND MITTERAND

Die Untätigkeit derjenigen Politiker, die alle (auch militärischen) Möglichkeiten zur Abwendung des Genozids hatten, und vor allem der blanke Nationalismus in London und etwas abgeschwächt in Paris, haben insgesamt Millionen an vertriebenen, verletzten, vergewaltigten und Toten mit zu verantworten. Der kleinste gemeinsame Nenner der Europäer war die gegenseitige Blockade, um den Preis eines weiter wütenden Völkermordes, den man sich nur anschaute und nichts konkret dagegen unternahm.

Von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, die dem Wutausbruch des damaligen Bundeskanzlers Kohl am Abend eines europäischen Gipfels in Kopenhagen (nachdem Paris und London ihm selbst die Zustimmung zur Selbstverteidigung Bosniens, und hier der Aufhebung des Waffenembargos gegen Bosnien verweigerten), geschah nicht viel.

Jede wesentliche Aktion wurde vor allem vom damaligen französischen Präsidenten Mitterrand und dem damaligen britischen Premierminister Major blockiert oder zur Unwirksamkeit degradiert.


CHIRAC ÄNDERT DIE LAGE - ZU SPÄT

Erst als ein neuer französischer Präsident, Jacques Chirac, ins Amt kam, änderte sich die Blockade Frankreichs und in der Folge die Haltung eines dann isolierten Großbritannien. Das alles kam viel zu spät, und schon weit vor Srebrenica standen die Zeichen und die Fakten auf Genozid. Jeder konnte es wissen, der genau hingesehen hat.


2 MILLIONEN TOTE,
IN NUR DREIEINHALB JAHREN

Bosnien hatte 1990, also vor dem Krieg, etwa 4,4 Mio. Einwohner. Inzwischen sind durch Krieg, Vertreibung und Auswanderung nach der Hoffnungslosigkeit auch nach dem Krieg auf nur noch 3,5 Mio. geschrumpft. Das bedeutet ein Verlust von 900.000 Menschen, was über 20% Verlust an Bevölkerung bedeutet. Mit Krieg und Genozid begann das Desaster, ein politische grundfalsches Abkommen von Dayton hat es verstärkt.

Die dramatischen Zahlen, nicht nur die 100.000 Toten, in den dreieinhalb Jahren Krieg und Genozid in Bosnien-Herzegowina muss man ins Verhältnis setzen, um die gewaltige Zerstörung überhaupt begreifen zu können.

Am deutlichsten kann man das am Beispiel von Deutschland tun; Deutschland hat etwa 20 mal soviel Bevölkerung wie Bosnien.

• 100.000 Tote
würden für Deutschland 2.000.000 (2 Mio.) Tote bedeuten - in nur dreieinhalb Jahren!

• 1.000.000 Vertriebene
würden für Deutschland 20.000.000 (20 Mio.) bedeuten - in dreieinhalb Jahren!

• 8.374 Tote von Srebrenica
würden für Deutschland über 167.000 Tote bedeuten.

• 5.200 Tote in Prijedor
würden auf deutsche Verhältnisse 104.000 Tote bedeuten.

Hinweis zum Genozid von Prijedor:
Die Massenmorde in der ostbosnischen Stadt Prijedor begannen früh im Jahr 1992 und kosteten nach Schätzungen insgesamt 5.200 Menschen das Leben. Deren Verbrechen: keine Serben zu sein. In der Region Prijedor wurden insgesamt etwa 14.000 Opfer gezählt.

Fast alle diese Toten hätte man verhindern können.


DAYTON BELOHNT GENOZID

Das umstrittene gefährliche Dayton-Abkommen wurde erst 1996, vier Jahre und viele zehntausende Tote nach dem Startschuss für den Genozid am 9. Januar 1992, unterschrieben.

Anstatt mit diesem Abkommen den Genozid zu bestrafen, künftige Täter abzuschrecken und das Versprechen von NIE WIEDER einzulösen, haben die Diplomaten in Dayton das Prinzip SCHON WIEDER umgesetzt.


"REPUBLIK GENOZID"

Eine auf Genozid aufgebaute Republik wurde in diesem internationalen Vertrag von Dayton offiziell als Teilrepublik eines mit militärischen Mitteln der NATO vor der Auslöschung und Aufteilung geretteten Staates anerkannt. Dass die politische Führung von Bosnien-Herzegowina diesen Vertrag unterschrieben hat, ist innerhalb Bosniens nach wie vor umstritten. Die internationale Gemeinschaft allerdings hatte in Dayton und davor die politische und vor allem militärische Macht, diesen Genozid nicht auch noch zu ratifizieren und diese offizielle Anerkennung der RS zu verhindern.

Stattdessen hat man dem Kriegsverbrecher Miloševiæ, der die Kriegsverbrecher Karadžiæ und Mladiæ vertreten hat, nachgegeben und ihm die nirgendwo zuvor existierende Teilrepublik zugestanden, und damit eine Trophäe für Genozid, als Anreiz für seine Unterschrift unter einen für die Opfer schlimmen Vertrag.


POLITISCHER TUMOR „RS“

Mit diesem Abkommen hat man das vom Krieg ohnehin schwer zerstörte Bosnien-Herzegowina amputiert und zusätzlich noch einen politischen Tumor belassen. Bis heute wirkt dieser politische Tumor und schädigt sowohl Bosnien-Herzegowina als in seiner Auswirkung auch die Stabilität auf dem gesamten Balkan.

Das Krebsgeschwür des Rassismus und Nationalismus, die nach wie vor in Belgrad geträumten politischen Träume eines Groß-Serbien, für das viele andere Unschuldige sterben mussten und vielleicht in Zukunft wieder sterben sollen, die hat Dayton mit dem nationalistischen und rassistischen Krebsgeschwür RS implantiert.


DAYTON - EINE TICKENDE ZEITBOMBE

Dayton bleibt auch deshalb ein politisches Himmelfahrtskommando, eine tickende Zeitbombe für Stabilität und Frieden auf dem Balkan, weit über Bosnien hinaus.

Die Untätigkeit und das bis zuletzt mangelnde Bereitschaft der Europäer, Aggression und Genozid entschlossen entgegen zu treten, bleibt ein Versagen der mächtigsten Länder der Zivilisation, und es bleibt eine Schande.

Dieses Versagen ist nicht nur eine moralische Schande. Das ist es auch. Es ist aber vielleicht nicht weit mehr eine politische Katastrophe für die Zukunft Europas.

Nicht erst der jüngste Sturm auf das Capitol in Washington zeigt, an einem völlig anderen Beispiel, wie weit Extremismus eskaliert, wozu extremistischer Nationalismus und Rassismus fähig wird, wenn man nicht entschlossen dagegen vorgeht.

Die unrühmliche, schlicht feige und teils intrigante Rolle der internationalen Gemeinschaft, einschließlich der Vereinten Nationen, ist mit Blick auf Bosnien inzwischen vielfach aufgearbeitet worden. Was fehlt, sind Konsequenzen.

Der Vertrag von Dayton mit seiner verfassungsrechtlichen und politischen Amputation eines souveränen Mitgliedstaates der Vereinten Nationen, vor allem aber mit dem politischen Krebsgeschwür der von Kriegsverbrechern gegründeten RS, muss nach 25 Jahren und seinen eindeutig negativen Folgen von der internationalen Gemeinschaft und den bosnischen politischen Eliten endlich überarbeitet werden.


EUROPÄISCHE VERFASSUNG
STATT DAYTONISTAN

Dayton muss durch eine moderne Verfassung nach europäischem Muster abgelöst werden. Denn Dayton war ein Waffenstillstand, keine Staatsform.

Dayton schützt auch nicht, wie von Diplomaten häufig behauptet, den Frieden. Dayton befördert im Gegenteil Rassismus und Nationalismus, schon Kriegsverbrecher, leugnet Genozid (belohnt ihn sogar!) Und gefährdet damit durch die Förderung von Rassismus und weiteren Bestrebungen nach Sezession und Expansion insbesondere des serbischen Nationalismus nicht nur die Stabilität in was in Herzegowina, sondern auf dem gesamten Balkan.


KRIEGSGEFAHR SERBISCHER NATIONALISMUS
AUSSÖHNUNG DURCH AUFARBEITUNG

Die Kriegsgefahr an Europa durch Deutschland konnte erst beendet werden, nachdem der deutsche Nationalismus und Rassismus endgültig in die Schranken gewiesen, aufgearbeitet und weitgehend ausgerottet worden war.

Die Kriegsgefahr auf dem Balkan, die von Serbien noch immer ausgeht, am Schicksal der RS, einer Gründung von Serbisch-nationalistischen Kriegsverbrechern, entweder steigen, weil die internationale Gemeinschaft sich weiter selbst betrügt und nichts tut außer politische Erklärungen mit leeren Floskeln zu verkünden, weil man sich nicht auf eine kraftvolle, europäische Änderung einigen kann.

Oder die Kriegsgefahr kann endgültig gebannt und als Gespenst vom Balkan vertrieben werden. Dazu allerdings braucht es entschlossene Führung, harte Entscheidungen gegen Nationalisten und einen Aussöhnungsprozess, der auf Wahrheit und Gerechtigkeit beruht und der deshalb auch diesen Namen verdient.


SERBEN IN BOSNIEN – JA
REPUBLIKA SRPSKA – NEIN

Aussöhnung beginnt mit dem Aussprechen der Wahrheit. Die Republika Srpska ist eine genozidale Entität. Sie hat keine Existenzberechtigung.

Die Serben in Bosnien haben sehr wohl eine Existenzberechtigung. So wie alle anderen Bürger von Bosnien-Herzegowina haben sie ein Anspruch auf ein Angebot zum friedlichen und freundlichen Zusammenleben im Rahmen eines modernen, liberalen, weder nationalistischen noch rassistischen Konzepts einer europäischen Demokratie.


2021: ALTERNATIVLOS FÜR BIDEN UND MERKEL

Das ist es, worum sich im Jahr 2021 der neue amerikanische Präsident Joe Biden, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, die internationale Gemeinschaft und der am Ende vielleicht doch irgendwann einmal mutige Hohe Repräsentant für Bosnien-Herzegowina, Valentin Inzko, zu bemühen haben.

Sie müssen es tun, wenn sie den Frieden auf dem Balkan nicht langfristig wieder gefährdet sehen wollen. Um es mit Angela Merkel zu sagen: das ist alternativlos.

9. Januar 2021

Stefan Schwarz

Ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages
Ehrenbürger von Sarajevo (1993)
Ehrenbürger von Goražde (2011)
Ehrenbürger Bosanska Krupa (2007)

Slika može sadržavati: tekst koji kaže '9. JANUAR '92 DAN TERORA GENOZIDA REPUBLIKE SRPSKE



This Page is Published on January 9, 2021 in the Web Magazine „ORBUS.ONE“


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